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Das Hohelied für Männer

Aktualisiert: 28. Nov 2019

Viele Männer meiden das Hohelied. Zu viel Romantik! Seine blumige Sprache schreckt ab. Sie lesen lieber biblische Kriegsgeschichten und überlassen das Hohelied den Frauen. Und wenn sie das Hohelied lesen, wissen sie oft nicht, was sie damit anfangen sollen.

Ich habe lange so gelebt. Natürlich lehnte ich das Hohelied nicht ab, schliesslich stand es ja in meiner Bibel. Aber ich konnte nicht viel damit anfangen. Wahrscheinlich geht es auch etlichen Frauen so. Aber ich höre sehr selten einen Mann über das Hohelied sprechen oder gar predigen.

«Männer, wir sind die Braut!»

Männer, ich ermutige euch: Lest das Hohelied einmal aus der Sicht der Braut! Das hört sich vielleicht noch schlimmer an, als das Hohelied aus der Sicht des Bräutigams zu lesen. Aber die Aufforderung ist ernst gemeint.


Die Bibel zieht unzählige Male den Vergleich zwischen der Braut und dem Volk Gottes. Die biblischen Texte von Genesis bis zur Offenbarung machen es deutlich: Männer, wir sind die Braut! Es gibt unzählige Stellen, in denen Gott sich als Bräutigam beschreibt, der um sein Volk ringt und kämpft.


Ich bin davon überzeugt, dass das Hohelied in diesem Rahmen gelesen werden kann. Dass es mehr ist als ein Liebeslied zwischen Mann und Frau. Das Hohelied ist darauf angelegt, mehrdimensional gelesen zu werden. Neben die horizontale, zwischenmenschliche Ebene tritt die vertikale, göttliche Ebene. Die beiden Ebenen sind durch die ganze Bibel hindurch miteinander verknüpft - so auch im Hohelied.


Wenn das Hohelied tatsächlich die himmlische Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschreibt, können wir uns nicht hinausstehlen. Auch als Männer sind wir aufgefordert, Gott von ganzem Herzen zu lieben (vgl. Mt 22,37). Die Liebe zu Gott ist vom eigenen Geschlecht völlig unabhängig.


«Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.» (Gal 3,28)


Unser Mann-Sein kommt erst dann zur Fülle, wenn es Intimität und Liebe zu Gott zulässt.


«Hör auf, einen Bogen um biblische Texte zu machen, die dir zu blumig und romantisch sind.»

Mein persönlicher Zugang zum Hohelied war das Singen. Ich habe mich ans Klavier gesetzt, die Bibel geöffnet und bei Hohelied 1,1 begonnen. Anfangs war es seltsam. Ein grosser Teil der Texte wird ja von der Braut gesungen. Doch ich habe erlebt, wie das Hohelied meiner Liebe zu Gott eine neue Sprache gab. Das Hohelied kann ein Türöffner sein, unserer Liebe zu Gott Ausdruck zu verleihen.


Dieses spezielle Buch hat in der Bibel seinen Platz gefunden und so wünsche ich euch Männern, dass es auch in eurem Männerherzen einen Platz findet. Ob du dich dann Hohelied-komponierend vor dem Klavier wiederfindest (so wie ich), ob du dir deinen Lieblings-Hoheliedvers auf deine Brust tätowieren lässt oder ob du die Texte einfach nur auf dich wirken lässt, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass du aufhörst, einen Bogen um biblische Texte zu machen, die dir zu blumig und romantisch erscheinen. Denn es sind oft gerade diese ungewohnten, anstössigen Texte, die deine Beziehung zu Gott in eine neue Tiefe führen werden.

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