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Warum Jesus sich kein bisschen um unser Movement kümmert

  • Autorenbild: Dave
    Dave
  • 28. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Staub. Jubel. Aufbruchstimmung. Jesus geht der grossen Menschenmenge voran. Bis nach Jerusalem ist es nicht mehr weit. Nur noch Jericho müssen sie durchqueren, bevor sie den Anstieg zur Hauptstadt unter die Füsse nehmen können. Die Erwartung und die Vorfreude bringen die Luft zum Knistern. Bald schon wird der König in Jerusalem einziehen!


Sie kamen nach Jericho. Als Jesus mit seinen Jüngern und einer grossen Menschenmenge von dort weiterzog, sass ein blinder Bettler am Straßenrand, Bartimäus, der Sohn des Timäus.


Bartimäus versteht nicht so recht, was hier vor sich geht. Doch der blinde Bettler hört, dass aussergewöhnlich viele Menschen an seinem Stammplatz am Rand der Strasse nach Jerusalem vorbeiziehen.


Er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, der vorbeikam. Da fing er an zu rufen: «Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!»


Für diesen armen Bettler haben wir keine Zeit. Das Movement ist kurz davor, abzuheben. Der Messias ist gekommen, die Erweckung steht kurz bevor. Der Penner am Strassenrand muss warten.


Von allen Seiten fuhr man ihn an, er solle still sein. Doch er schrie nur umso lauter: «Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!»


Versteht dieser Typ nicht, dass Jesus keine Zeit für ihn hat? Wo kämen wir da hin, wenn ein einzelner Blinder den ganzen Zug aufh...


Jesus blieb stehen und sagte: «Ruft ihn her!» Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: «Hab nur Mut! Steh auf, er ruft dich!» Da warf der Mann seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus.


Jesus sieht den Einzelnen. Er lässt die ganze Bewegung zum Stehen kommen. Bartimäus tastet sich nach vorne, an den Menschen vorbei, die ihn soeben noch zum Schweigen bringen wollten. Jetzt kommt er bei Jesus an.


«Was möchtest du von mir?», fragte Jesus.


Jesus hat die Nerven, mit einer Frage zu starten. Er könnte Bartimäus mit einem Fingerschnippen heilen und so der ganzen Bewegung einen Extraschub Euphorie geben. Er müsste dafür nicht mal stehen bleiben. Aber Jesus interessiert sich nicht für eine weitere Heilung, für Bewunderung, für eine weitere Wundergeschichte in seinem Ministry-Jahresbericht. Jesus interessiert sich für Bartimäus. Darum lässt er sich auf ihn ein.


«Lieber Herr», antwortete der Blinde, «ich möchte sehen können!» Da sagte Jesus zu ihm: «Geh nur! Dein Glaube hat dich gerettet.» Im selben Augenblick konnte der Mann sehen. Nun schloss er sich Jesus an und folgte ihm auf seinem Weg.


Jesus steht nie auf der Seite des Movements, sondern immer auf der Seite der Benachteiligten und Ausgegrenzten. Es macht ihm nichts aus, Hunderte oder sogar Tausende von Menschen warten zu lassen, während er sich um einen Einzelnen kümmert.

Wenn Jesus sich schon nicht um sein eigenes Movement kümmert, wie viel weniger dann um deins.

Wenn Jesus sich schon nicht um sein eigenes Movement kümmert, wie viel weniger dann um deins. Für Gott sind die üblichen Kennzahlen unserer Gemeinden (Finanzen, Gottesdienstteilnehmer, Gebäudegrösse, Anzahl Parkplätze) erschütternd uninteressant. Wenn es darum geht, das grosse Ganze im Blick zu haben, das Momentum zu nutzen und die Massen zu begeistern, beweist Jesus wenig bis gar kein Fingerspitzengefühl.


Wir sehen das Movement. Er sieht den Menschen.


Die Geschichte von Bartimäus ist nachzulesen in Mk 10,46-52

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