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Nur die Verrückten singen



Es ist höchst erstaunlich, dass wir unsere Gottesdienste so ruhig feiern können. Dass nicht in regelmässigen Abständen die Dächer unserer Gotteshäuser explodieren, die bemalten Kirchenfenster zerbersten, die Mikrofonständer der Anbetungsbands wie Wachs zerschmelzen und ganze Kirchtürme wie Raketen abheben. Es ist ausserordentlich verwunderlich, dass unsere Kirchen und Gemeinden nicht mit grossen Warnschildern versehen werden müssen: «Hier wohnt der lebendige Gott!» Dass wir sonntags gutgekleidet und in frommer Stimmung aufrecht in unseren Kirchenbänken sitzen können, ohne jeden Moment Erdbeben, Blitze und Donnerschall erwarten zu müssen.


Die Anbetungsband betritt die Bühne. Singt ein paar Lieder. Geht wieder runter.


Hast du dir schon einmal überlegt, wie hochgefährlich dieser Vorgang ist? Es ist mir völlig unverständlich, weshalb Anbetungsbands ohne Schutzausrüstung auf die Bühne geschickt werden. Kaum vorzustellen, was geschieht, wenn Gott in unseren Gottesdiensten auftaucht! Psalm 104 gibt eine Vorahnung davon: «Blickt er die Erde an, so erbebt sie; rührt er die Berge an, so stehen sie in Rauch.» (V. 32) Wenn er uns anblickt, sind wir alle geliefert. Wer ist in dieser Situation verrückt genug, auf die Bühne zu stehen und zu singen? Wollen wir etwas seine Aufmerksamkeit auf uns ziehen? Sollten wir nicht lieber unsere Schuhe ausziehen, leise zu unseren Plätze schleichen, uns unter unseren Stühlen verstecken und warten, bis der Gottesdienst vorbei ist? Eine Frage, die sich jeder Worshipper stellen sollte.


Kaum vorzustellen, was geschieht, wenn Gott in unseren Gottesdiensten auftaucht!

«Singen will ich dem Herrn mein Leben lang, will spielen meinem Gott, solange ich bin.» (V. 33): Das ist der darauffolgende Vers im Psalm 104. Der Gott, vor dem Berge wie Wachs zerschmelzen, liebt unsere Nähe. Der Gott, der ein verzehrendes Feuer ist, erlaubt uns, «mutig vor den Thron der Gnade» zu kommen (Hebr 4,16). Jesus hat diesen Weg geebnet. Wir können zum Gott von Psalm 104 kommen, ohne sterben zu müssen.


Lobpreis heisst: singen, obwohl man sprachlos sein sollte. Wer diese Sprachlosigkeit in der Gegenwart Gottes nie erlebt hat, sollte nicht auf der Lobpreisbühne stehen. Und wer nicht wie Jesaja angesichts der Heiligkeit Gottes sagen muss: «Wehe mir, ich bin verloren! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen» (Jes 6,5), sollte nicht predigen.


Singen, predigen, Gottesdienst feiern: Das ist nur etwas für die Verrückten.


«Nun habt ihr Gott nicht so erfahren wie die Israeliten damals am Berg Sinai. Sie kamen zu einem Berg, den man berühren konnte, auf dem ein Feuer loderte und der in dunkle Wolken gehüllt war. Es herrschte Finsternis und es tobte ein Sturm. Es dröhnte wie eine riesige Posaune, und dann erschallte eine so gewaltige Stimme, dass sie dringend darum baten, kein weiteres Wort mehr hören zu müssen. Sie wichen zurück, als Gott anordnete: „Wenn auch nur ein Tier den Berg berührt, soll es gesteinigt werden.“ Das ganze Geschehen war so Furcht erregend, dass selbst Mose sagte: „Ich zittere vor Angst.“ Ihr dagegen seid zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes gekommen, zu dem Jerusalem im Himmel, wo sich unzählbare Engelscharen zu einem Fest versammelt haben. Ihr seid zur Gemeinde der erstgeborenen Kinder Gottes gekommen, deren Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Ihr seid zu Gott selbst gekommen, dem Richter von allen, und zu den Gerechten, die schon am Ziel sind, denn ihr Geist ist bei Gott. Ihr seid zu Jesus gekommen, dem Vermittler eines neuen Bundes, und zu dem Reinigungsblut, das viel besser redet als das Blut Abels.» (Hebr 12,18–24)

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