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Ein sturmfestes Fundament

«Weil Gott mich in seiner Gnade dazu befähigt hat, habe ich als ein kluger und umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt; andere bauen jetzt darauf weiter. Aber jeder soll sich sorgfältig überlegen, wie er die Arbeit fortführt. Das Fundament ist bereits gelegt, und niemand kann je ein anderes legen. Dieses Fundament ist Jesus Christus.» (1 Kor 3,10-11)

Das Fundament jeder Gemeinde ist Jesus Christus. Das ist nicht das Ideal, sondern die Voraussetzung der Gemeinde. Es gibt kein anderes Fundament, auf dem Gemeindebau möglich ist. Natürlich: man kann Gemeinde auch auf dem Fundament einer netten Idee, einer tollen Weltanschauung, einer charismatischen Persönlichkeit oder auf gegenseitigen Sympathien aufbauen, nur ist es dann keine Gemeinde. Gemeinde ist es nur, wenn es auf Jesus Christus aufgebaut ist, sonst nicht. Nimm Jesus Christus aus einer Gemeinde und übrig bleibt – wenn überhaupt – ein neutraler Quartierverein. Neutrale Quartiervereine sind toll, aber sie sind eben keine Gemeinde. Es steht und fällt mit Jesus.


Das Fundament der Gemeinde ist eine Person. Nicht ein theoretischer Unterbau, nicht ein dogmatisches Konstrukt, keine konfessionelle Zugehörigkeit, sondern die Person Jesus Christus. Das hebt den Beziehungsaspekt hervor: Als Gemeinde müssen wir nicht mit einer Theorie über Jesus oder mit einer rechtgläubigen Christologie eng verbunden sein sondern mit Jesus Christus selbst.


Darum: «Seid in ihm verwurzelt, baut euer Leben auf ihm auf» (Kol 2,7). Wie das praktisch geschehen kann, werde ich in einem der nächsten Blogbeiträge beleuchten. In diesem Beitrag möchte ich über zwei falsche Gemeindefundamente schreiben, die attraktiv aussehen mögen, aber beim nächsten Sturm sang- und klanglos untergehen werden:


Falsches Fundament Nr. 1: Der Zeitgeist

Das eine falsche Fundament ist das Fundament des Zeitgeistes. Wir bauen unsere Gemeinde auf das, was im Moment sozial akzeptabel ist. Auf das, was in ist. Wir gehen mit der Zeit, passen uns an.


Um im Bild des Fundaments zu bleiben: Das würde bedeuten, dass wir ein Haus bauen und anschliessend das Fundament verschieben, je nach gesellschaftlicher Akzeptanz. Ein bisschen nach links, ein wenig nach rechts, zehn Meter nach vorne, und dabei immer hoffen, dass das Haus stehen bleibt. Auf dem Fundament des Zeitgeistes lässt sich keine Gemeinde bauen.


Demgegenüber braucht es eine Gemeinde, die auf Jesus und seinen Worten steht. Sein Wort und sein Wesen stehen über den zeitlichen und ständig wechselnden Strömungen. Jesus war nie zeitgeistkonform, auch vor 2'000 Jahren nicht. Aber sein Selbstanspruch ist, dass jede Person und jede Gemeinde, die in der Nachfolge lebt und tut was er sagt, ein Haus auf das Felsenfundament baut. Vor 2'000 Jahren genau so wie heute.


Damit ist nicht gesagt, dass eine Gemeinde, die auf Jesus baut, konservativ ist. Sie kann und wird sich verändern, weil sie ihrem guten Hirten folgt und nicht bei ihren eigenen, liebgewonnenen Positionen stehenbleibt. Gemeinden, die sich am biblischen Jesus ausrichten, ändern sich, weil ihre Erkenntnis von Jesus Christus wächst. Eine bibeltreue ist von einer lediglich konservativen Gemeinde daran zu unterscheiden, dass sie bereit ist, in der Nachfolge zu bleiben und ständig Anpassungen vorzunehmen, wenn sie realisiert, dass ihr Fundament zu eng oder zu weit war. Es entscheidet sich an Jesus Christus. Nicht an einer Christusprojektion, die unseren ureigensten Wünschen verdächtig ähnlich sieht, sondern am echten Jesus, wie ihn die Evangelien und die gesamte Bibel beschreiben.


Falsches Fundament Nr. 2: Der Pastor

Das zweite falsche Fundament mag subtiler sein. Man erkennt es nicht immer auf den ersten Blick: Die Gemeinde baut auf das Fundament des Pastors. Leiter sind wichtig in der Gemeinde, als Fundament taugen sie jedoch nicht. Wenn eine Gemeinde nicht mehr unmittelbar von Jesus abhängig ist, sondern vom Pastor und seinen Entscheidungen, seiner Persönlichkeit und seinem Charisma, riskiert sie viel – und der Pastor ebenso. Für einen Pastor ist es im wahrsten Sinn des Wortes erdrückend. Alle vertrauen auf ihn, alle wollen etwas von ihm, alle suchen bei ihm Trost und das rechte Wort. Alle beschweren sich bei ihm, wenn es in der Gemeinde nicht rund läuft. Entsprechend «beschwert» bewegt sich der arme Pastor durch seinen Gemeindealltag – er trägt eine Last, die nur Jesus tragen kann.


Auf dem Fundament des Pastors lässt sich keine Gemeinde bauen. Der Pastor wird zum limitierenden Faktor, zum schwächsten Glied, weil er eine Aufgabe erfüllen muss, zu der Gott ihn nicht berufen hat. Nicht selten zerbricht er daran. Der Pastor ist weder Mittler noch Fundament. Beides ist Jesus Christus.


Im 1. Korintherbrief wehrt sich Paulus vehement dagegen, als Fundament der Gemeinde gesehen zu werden: «Der eine sagt: »Ich bin Anhänger von Paulus!«, der andere: »Ich von Apollos!« So reden Menschen, die Gott nicht kennen!» (1 Kor 3,4)


Stattdessen sieht Paulus seine apostolische Aufgabe darin, ein gutes Fundament zu legen: «Ich habe als kluger und umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt.» (1 Kor 3,10) Paulus sieht sich selbst als Fundament-Leger, als Baumeister. Als Apostel hat er eine grund-legende Aufgabe. Er legt das Fundament von Jesus Christus in einer Ortschaft, er gründet eine Gemeinde, und dann: zieht er weiter. Andere, wie zum Beispiel Apollos, bauen darauf auf. Paulus war selten länger an einem Ort. Zwei Jahre Aufenthalt in Ephesus waren die Ausnahme. Er war spezialisiert aufs Grund-Legen.


So sind Menschen im Bauprozess wichtig – aber sie sind ein miserables Fundament.


Action Step

Übereigne deine lokale Gemeinde Jesus Christus. Wenn du Teil der Gemeindeleitung bist, macht es am besten zusammen. Macht Jesus zum Herrn und Fundament eurer Gemeinde. Beginnt eure Sitzungen mit einer Anbetungs- und Gebetszeit, in der ihr immer wieder deutlich macht, wer die Gemeinde leitet und baut. Legt die Gemeinde immer wieder in Gottes Hände. Bittet Jesus, euch seinen Willen für eure Gemeinde zu zeigen und seid ihm gehorsam. Baue dein Lebenshaus und dein Gemeindehaus auf dem Fundament von Jesus Christus.

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